Wofür steht das NQZ?

Mit dem Nationalen Qualitätszertifikat für Alten und Pflegeheime (NQZ) beginnt ein gemeinsamer Weg. Ziel ist es, die Vision vom Leben wie daheim Realität werden zu lassen.

Speziell ausgebildete sowie unabhängige Expertinnen und Experten mit Branchenerfahrung überprüfen regelmäßig die kontinuierliche Weiterentwicklung der Qualität in den einzelnen Häusern. Bewertet werden hierbei ausschließlich Maßnahmen, die über die Erfüllung gesetzlicher Vorgaben hinausgehen.

Zertifizierung BEN 8177

Philosophie

Menschen haben ein Recht darauf, an einem Ort zu leben, an dem sie sich daheim fühlen. In NQZ-zertifizierten Häusern geben sich alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter daher tagtäglich größte Mühe, die Betreuungsqualität kontinuierlich weiterzuentwickeln und den jeweiligen Bedürfnissen anzupassen. Ganz nach dem Motto „Gemeinsam sind wir stark“ werden alle Kräfte gebündelt, um einen Ort zu schaffen, an dem sich sowohl die Bewohnerinnen und Bewohner als auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wohlfühlen.

Das NQZ unterstützt die Häuser bei der Umsetzung dieses Zieles, damit die Bewohnerinnen und Bewohner wertgeschätzt ihren Lebensabend verbringen und im neuen Daheim bestmöglich begleitet werden können.

Ziele des NQZ

  • Das NQZ macht die Leistungen der Alten- und Pflegeheime in Österreich transparent.
  • Es unterstützt Führungskräfte sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der individuellen und bedürfnisgerechten Begleitung älterer Menschen.
  • Es hilft Häusern, Ressourcen möglichst effizient für Lebensqualität und sich ändernde individuelle Bedürfnisse einzusetzen.
  • Es ist ein Impuls für eine generelle und nachhaltige Weiterentwicklung der Lebensqualität in Alten- und Pflegeheimen.

Zahlen, Daten, Fakten

  • In Österreich gibt es rund 850 Alten- und Pflegeheime mit mehr als 75.000 Plätzen.
  • Rund 30% der Einrichtungen haben ein Qualitätsmanagement-System eingeführt, womit sie eine der Anforderungen für die Zertifizierung nach dem NQZ erfüllen.
  • Im Rahmen des NQZ wurden seit 2008 bereits 127 Zertifizierungen durchgeführt, davon 44 Rezertifizierungen (Stand 31.03.2019).
  • Gegenwärtig sind 54 Häuser mit dem NQZ ausgezeichnet. (Stand 31.03.2019).
  • Eine Zertifizierung dauert – von der Erarbeitung der Einreichunterlagen durch das Haus bis zum Abschluss derZertifizierung – etwa 8 Monate.
  • 2012 wurde der Bundesplan für Seniorinnen und Senioren Ziel dieses Bundesplanes ist es, die Lebensqualität der älteren Menschen zu wahren beziehungsweise zu verbessern. Die Einführung des Nationalen Qualitätszertifikats ist eine der Empfehlungen des Bundesplanes.

Bund und Länder

Das Nationale Qualitätszertifikat für Alten- und Pflegeheime ist eine Marke des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz und wird von Bund und Ländern gemeinsam vergeben. 

Auf Einladung des Ministeriums haben sich an der Entwicklung und Umsetzung des NQZ alle Bundesländer beteiligt. Die intensive gemeinsame Planung machte ein einheitliches Qualitätszertifikat für Alten- und Pflegeheime für ganz Österreich möglich.

Damit ein Alten- und Pflegeheim an der Zertifizierung teilnehmen kann, braucht es eine Kostentragungszusage des jeweiligen Amts der Landesregierung, das einen bestimmten Prozentsatz der Kosten der Zertifizierung übernimmt. Das Sozialmministerium fördert im Gegenzug eine NQZ-Zertifizierungseinrichtung, die die Zertifizierungen vorbereitet und koordiniert.

Besonderheiten des NQZ

  • Das NQZ ist ein österreichweit einheitliches Fremdbewertungssystem, das bei verschiedensten Strukturen und Qualitätsmanagement-Systemen anwendbar ist.
  • Es ist ein Instrument der Qualitätsentwicklung mit dem Ziel, hohe Qualität auszuzeichnen und Verbesserungspotentiale zu erkennen.
  • Das NQZ hinterfragt, welche Strukturen, Prozesse und Ergebnisse erfolgreich und für die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner notwendig und sinnvoll sind.
  • Der Zusammenhang der vom Haus gesetzten Maßnahmen und definierten Ziele mit der Lebensqualität wird bei der Bewertung berücksichtigt.
  • Dem Arbeitsfeld für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Alten- und Pflegeheimen wird bei der Zertifizierung ein hoher Stellenwert eingeräumt.
  • Der Einsatz von Führungskräften aus der Branche der Alten- und Pflegeheime als Zertifiziererinnen und Zertifizierer stellt sicher, dass fachspezifisches Wissen einfließt.

Prozess- und Ergebnisqualität

Im Fokus des Zertifizierungsprozesses stehen die Lebens- und Arbeitsplatzbedingungen in den Häusern. Die Zertifizierungsteams überprüfen beispielsweise, ob sich die Abläufe an den Bedürfnissen der Bewohnerinnen und Bewohner orientieren oder welche Maßnahmen getroffen werden, damit Bewohnerinnen und Bewohner, Angehörige sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zufrieden sind. Zudem wird erhoben, ob die zur Verfügung stehenden Ressourcen für diese Anliegen optimal genutzt werden.

Weiters werden betriebswirtschaftliche und pflegerelevante Faktoren geprüft. Bei jeder Zertifizierung geben die Zertifizierungsteams Empfehlungen zur weiteren Qualitätsentwicklung ab.

Auf dieser Grundlage leiten die Häuser für die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner bedeutsame Ziele und Maßnahmen ab, die anschließend neu überprüft werden können.

Gesetzliche Basis und Legitimierung

Die gesetzliche Grundlage für das Nationale Qualitätszertifikat für Alten- und Pflegeheime in Österreich (NQZ) wurde mit einer Novelle des Bundes-Seniorengesetzes im Jahr 2012 geschaffen. Darin ist insbesondere die Förderung einer Zertifizierungseinrichtung für das NQZ und die Schaffung eines Zertifizierungsbeirats im Sozialministerium, der sich mit der strategischen Weiterentwicklung des NQZ beschäftigt, normiert.

Auf Grundlage des Bundes-Senionengesetzes wurde eine Richtlinie erarbeitet, welche die Vorbereitung und Durchführung des Zertifizierungsverfahrens im Detail regelt.